Neus Bonet

Neus Bonet ist Psychologin und Sexologin, spezialisiert auf sexuelle Begleitung und intimes Wohlbefinden. Als Überlebende von Missbrauch und sexueller Gewalt innerhalb einer in der Adoleszenz begonnenen Beziehung verwandelte sie ihre persönliche Erfahrung in eine berufliche Mission: Menschen dabei zu helfen, eine sicherere, freiere und bewusstere Beziehung zu ihrem Körper, ihrem Verlangen und ihrer Sexualität aufzubauen.

Ihr Weg in die Sexologie begann mit 19 Jahren, als sie eine Therapie aufsuchte, um ein vermeintliches Problem mit dem Verlangen zu „reparieren“. Jahre später verstand sie, dass hinter diesem Unwohlsein Missbrauch, Druck und eine Entfremdung vom eigenen Körper standen – etwas, das damals nicht erkannt wurde und das Gefühl, kaputt zu sein, noch verstärkte. Diese Erfahrung prägte ihre Art, Sexualtherapie und Begleitung zu verstehen, nachhaltig.

Seit 2022 arbeitet sie hauptsächlich mit erwachsenen Frauen, die ein erfülltes und sicheres Sexualleben zurückgewinnen möchten. In vielen dieser Prozesse tauchen Geschichten von Missbrauch, Gewalt oder Nötigung auf, die unsichtbar geblieben waren, insbesondere innerhalb von Paarbeziehungen. Sie integriert kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze und Akzeptanz- und Commitment-Therapie und schafft Räume, in denen Menschen sich ohne Urteil oder Druck gehört, verstanden und begleitet fühlen können.

2024 gründete sie SexMenopáusicas, einen Raum für sexuelle Begleitung von Frauen in den Wechseljahren. Durch ihr Projekt und ihre Arbeit in der Sexualaufklärung hat sie Workshops zur Sexualerziehung für Familien und über Sexualität in den Wechseljahren entwickelt und diese Themen in alltägliche Räume gebracht, in denen sie historisch zum Schweigen gebracht wurden.

Sie war Finalistin der Premios Mujer Mallorca 2025 für ihr Projekt SexMenopáusicas und wurde ausgewählt, das Manifest zum 8. März in der Gemeinde Ses Salines zu verfassen und vorzulesen, wodurch ihre Rolle als aktive Stimme in der gesellschaftlichen Sensibilisierung rund um Sexualität, Körper und sexuelle Rechte gefestigt wurde.

Derzeit konzentriert sich ihre Mission darauf, einen umfassenderen sozialen und bildungspolitischen Wandel voranzutreiben, der dazu beiträgt, mit dem koitozentristischen Modell und den Dynamiken von Gewalt, Druck und Schweigen zu brechen, die weiterhin normalisiert werden. Ihr Ziel ist es, dazu beizutragen, sicherere Räume für Frauen, Männer, Jungen und Mädchen zu schaffen, in denen Sexualität aus Respekt, Freiheit und Fürsorge gelebt werden kann.